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Dr. med. David BrauersOrthopädische Chirurgie · Basel

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Hüftarthrose · Coxarthrose

Hüftarthrose — woher die Beschwerden kommen und was sich behandeln lässt

Die Hüftarthrose heisst in der Fachsprache Coxarthrose, nach coxa, dem lateinischen Wort für Hüfte. Sie beginnt meist langsam und zeigt sich oft nicht dort, wo man die Hüfte vermutet.

Der Ort der Beschwerden

Warum der Hüftschmerz in der Leiste sitzt

Das Hüftgelenk liegt tiefer und weiter innen, als man meist annimmt. Es sitzt nicht seitlich am Becken, wo der Knochen hervortritt, sondern in der Tiefe der Leiste.

Deshalb meldet sich eine Coxarthrose typischerweise als Leistenschmerz — beim Aufstehen, beim Gehen, beim Drehen im Stand.

Oft zieht der Schmerz von der Leiste über die Vorderseite des Oberschenkels bis zum Knie. Ein Knieschmerz kann also von der Hüfte ausgehen. Wird nur das Knie untersucht, kann diese Ursache unerkannt bleiben.

  • In der LeisteDer typische Ort bei Arthrose des Hüftgelenks. Der Schmerz sitzt tief und lässt sich mit dem Finger schlecht zeigen.
  • Über den Oberschenkel bis zum KnieEine Ausstrahlung, die zum Hüftgelenk gehört. Das Knie selbst ist bei der Untersuchung unauffällig.
  • Seitlich am BeckenDort liegen Sehnenansatz und Schleimbeutel. Schmerzen an dieser Stelle sind häufig, stammen aber oft nicht aus dem Gelenk.
  • Im Gesäss und an der RückseiteDiese Schmerzen können aus der Lendenwirbelsäule kommen. Eine Behandlung der Hüfte ändert dann an den Beschwerden nichts.

Die Untersuchung klärt deshalb zuerst, woher der Schmerz kommt. Erst dann lässt sich sinnvoll über die Behandlung sprechen.

Der Verlauf

Wie sich die Beschwerden verändern

Anfangs zeigen sich meist Anlaufschmerz und Anlaufsteife: Nach längerem Sitzen sind die ersten Schritte mühsam, nach einigen Metern geht es wieder leichter.

Im weiteren Verlauf ist zuerst die Drehung im Gelenk betroffen, nicht die Gehstrecke. Das zeigt sich beim Anziehen der Socken, beim Binden der Schuhe oder beim Nachziehen des Beins, wenn Sie aus dem Auto steigen.

Später kommen Schmerzen unabhängig von der Belastung hinzu, auch nachts. Ruhigere Phasen dazwischen sprechen nicht gegen eine Arthrose.

Der Befund

Was im Röntgenbericht steht

Röntgenberichte beschreiben die Veränderungen am Gelenk in Fachsprache. Bei einer Arthrose des Hüftgelenks tauchen typischerweise diese Begriffe auf:

  • GelenkspaltverschmälerungDer Abstand zwischen Hüftkopf und Pfanne wird im Bild schmaler. Er zeigt indirekt, wie viel Knorpel zwischen den Knochen liegt.
  • OsteophytEin knöcherner Anbau am Rand des Gelenks. Der Knochen reagiert damit auf eine veränderte Belastung.
  • Subchondrale SkleroseEine Verdichtung des Knochens unmittelbar unter dem Knorpel. Sie entsteht dort, wo der Druck zugenommen hat.
  • GeröllzysteEin Hohlraum im Knochen nahe der Gelenkfläche. Sie gehört zum fortgeschrittenen Bild.
  • Entrundung des HüftkopfesDer Kopf verliert seine Kugelform. Zusammen mit der Schrumpfung der Gelenkkapsel erklärt das, warum das Drehen oft früher schwerfällt als das Gehen.
  • Primär und sekundärPrimär heisst, dass keine Ursache erkennbar ist. Sekundär heisst, dass eine Fehlform, eine frühere Erkrankung oder ein Unfall vorausging.

Wie weit die Veränderungen im Röntgenbild fortgeschritten sind, sagt wenig darüber, wie stark Ihre Beschwerden sind.

Konservative Behandlung

Was sich ohne Operation behandeln lässt

Die Behandlung einer Hüftarthrose beginnt mit Bewegungstherapie; in den Leitlinien steht sie an erster Stelle. Eine geschonte Hüfte verliert an Beweglichkeit, und die Muskulatur, die das Gelenk führt, wird schwächer.

Manche kommen mit dieser Behandlung über Jahre zurecht. Bei anderen sind die konservativen Möglichkeiten irgendwann ausgeschöpft, und auch dieses Ergebnis wird besprochen.

  • BewegungstherapieAufbau der Muskulatur um das Gelenk und Arbeit an der Beweglichkeit, angeleitet in der Physiotherapie.
  • SchmerzbehandlungZeitlich begrenzt und mit klarem Ziel: dass Bewegung wieder möglich wird.
  • Belastung im AlltagGehstrecken aufteilen, Treppen anders nehmen und, wo möglich, Gewicht reduzieren. An der Hüfte wirkt das stärker als oft angenommen, weil das Gelenk beim Gehen ein Mehrfaches des Körpergewichts trägt.
  • GehstockEin Gehstock auf der Gegenseite nimmt Last vom Hüftgelenk und verschafft der Muskulatur Zeit, Kraft aufzubauen.
  • Spritze ins Gelenk (Infiltration)Die Spritze kann ein Zeitfenster öffnen, in dem die Bewegungstherapie greift, ersetzt diese aber nicht.

Was die Bewegungstherapie nicht leistet: Sie baut keinen Knorpel wieder auf. Sie verbessert, was um das Gelenk herum liegt — und davon hängt im Alltag mehr ab, als das Röntgenbild vermuten lässt.

Ziel jeder Behandlung ist, die Hüfte beweglich zu halten.

Der Zeitpunkt

Wann ein Gelenkersatz infrage kommt

Der Eingriff kann zu früh oder zu spät kommen. Zu früh nimmt er Jahre vorweg, in denen es auch ohne Operation gegangen wäre. Wird er zu lange hinausgezögert, baut die Muskulatur ab und die Hüfte wird steifer; das erschwert die Nachbehandlung.

Ein Gelenkersatz kommt infrage, wenn mehrere Kriterien zusammentreffen: anhaltender Schmerz, eine fortgeschrittene Arthrose im Röntgenbild (Grad 3 oder 4 nach Kellgren und Lawrence), eine über mindestens drei Monate ausgeschöpfte konservative Behandlung und eine Einschränkung, die den Alltag bestimmt. Keines dieser Kriterien genügt für sich allein.

Das Röntgenbild allein entscheidet nicht. Ebenso zählt, was Sie im Alltag nicht mehr tun können und ob Sie dafür Risiken und Nachbehandlung eines Eingriffs auf sich nehmen wollen.

  1. Pfanne
  2. Kopf
  3. Schaft
Abb. 01 Schema · Pfanne, Kopf und Schaft ersetzen nur die abgenutzten Gelenkflächen, nicht die übrige Hüfte.

Vor der Entscheidung über einen Hüftgelenkersatz besprechen Sie, was ein künstliches Hüftgelenk leisten kann, wo seine Grenzen liegen und welche Risiken der Eingriff birgt.

Zugang, Hüftprothese, Ablauf und Grenzen sind unter Hüftgelenkersatz beschrieben. Vor einem Eingriff dieser Grösse ist eine Zweitmeinung ein üblicher Schritt.

Zur Zweitmeinung

Ihre Ziele im Alltag gehören von Anfang an in die Beurteilung.

Warnzeichen

Wann Sie nicht abwarten sollten

Beschwerden an der Hüfte entwickeln sich meist allmählich, und abzuwarten ist dann vertretbar. Einige Zeichen sollten Sie jedoch rasch ärztlich untersuchen lassen.

  • Plötzlicher FunktionsverlustDas Bein trägt nicht mehr, oder eine Bewegung wird von einem Moment auf den anderen unmöglich.
  • Schmerz nach einem SturzEin Bruch im hüftnahen Knochen ist nicht immer sofort zu erkennen. Bei bekanntem Knochenschwund (Osteoporose) ist ein solcher Schmerz besonders ernst zu nehmen.
  • Fieber zusammen mit HüftschmerzEin Hinweis auf eine Entzündung, die rasch abgeklärt werden sollte, erst recht nach einem Eingriff am Gelenk.
  • Ruhe- und Nachtschmerz über WochenUnterbricht der Schmerz regelmässig den Schlaf, ist die Situation nicht mehr stabil.
  • Beschwerden an einem künstlichen GelenkNeue Schmerzen an einer Hüftprothese sollten untersucht werden, unabhängig davon, wie lange der Eingriff zurückliegt.

Im Zweifel rufen Sie die Praxis an.

+41 61 222 22 99

Häufige Fragen

Fragen zur Hüftarthrose

Kann ein Knieschmerz von der Hüfte kommen?

Ja. Der Schmerz einer Hüftarthrose zieht oft über die Vorderseite des Oberschenkels bis zum Knie. Das Knie selbst ist dann bei der Untersuchung unauffällig. Wird nur das Knie untersucht, kann diese Ursache unerkannt bleiben.

Warum schmerzt die Leiste und nicht die Hüfte?

Das Hüftgelenk liegt tiefer und weiter innen, als man meist annimmt: nicht seitlich am Becken, wo der Knochen hervortritt, sondern in der Tiefe der Leiste. Deshalb meldet sich eine Coxarthrose typischerweise als Leistenschmerz.

Muss eine Hüftarthrose operiert werden?

Nicht zwangsläufig. Die Behandlung beginnt mit Bewegungstherapie, die in den Leitlinien an erster Stelle steht. Manche kommen damit über Jahre zurecht, bei anderen sind die konservativen Möglichkeiten irgendwann ausgeschöpft.

Baut Bewegungstherapie den Knorpel wieder auf?

Nein. Sie verbessert, was um das Gelenk herum liegt. Davon hängt im Alltag mehr ab, als das Röntgenbild vermuten lässt.

Hilft ein Gehstock, und auf welcher Seite?

Ein Gehstock gehört auf die Gegenseite. Dort nimmt er Last vom betroffenen Hüftgelenk und verschafft der Muskulatur Zeit, Kraft aufzubauen.

Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen weder die ärztliche Untersuchung noch das persönliche Gespräch und stellen keine Diagnose dar. Welche Behandlung im Einzelfall passt, ergibt sich aus Befund, Vorgeschichte und Lebenssituation.

Sprechstunde

Ein Termin in der Sprechstunde

Sie können einen Termin anfragen, wenn Sie eine Abklärung, eine zweite Einschätzung oder ein Gespräch über einen vorliegenden Befund wünschen. Bringen Sie vorhandene Bilder, Berichte und Ihre Fragen mit.

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